Ein Loch im Boot

Es geht doch nichts über einen reißerischen Titel, oder?

Keine Sorge. Das Loch ist deutlich oberhalb der Wasserlinie und mit einer Luke verschlossen.

Mit Tageslicht sind wir in unserem Salon (im Kellergeschoss) nicht so richtig verwöhnt und in der Ecke in der sich Herd und Heizung befinden, wäre auch die Möglichkeit zu lüften kein Luxus.

Schon während des Sommerurlaubs hatte ich bei ebay-Kleinanzeigen ein Gebo-Portlight zu einem „Kuschelpreis“ erstanden. Heute, ein paar Wochen später, ist es dann soweit.

Ist schon ein komisches Gefühl, Bohrer und Stichsäge am Boot anzusetzen. Falls es jemand nachmachen möchte, hier ein kleines HowTo:

Stelle suchen und anzeichnen

Der Verkäufer hatte eine ziemlich gut passende Schablone mitgeliefert. Diese haben wir an der Stelle angeklebt, wo später die Luke sitzen soll. Da es hier zielich viele Rundungen gibt, ist der optische Eindruck genauso wichtig, wie die die Aussage des Zollstocks.

 

 

 

 

Ecken vorbohren

Klar, Ecken hat das Ding nicht. Trotzdem macht es Sinn, ein paar Löcher zu bohren, damit man die Säge zwischendurch absetzen und drehen kann.

 

 

 

 

Von der Innenseite kleben wir einen Müllsack unter die Stelle, der eine allzu große Sauerei im Salon verhindert.

 

Sägen

Jetzt ist auch egal. Aufgrund der Löcher ist das Boot eh nicht mehr dicht, dann kann man auch noch mehr kaputt machen.

 

 

 

 

Unser GFK ist mit 9mm relativ dick. Ich wähle ein relativ grobes Blatt, das für Holz und Kunststoff geeignet sein soll und säge mit nicht allzu hoher Drehzahl und ohne Pendelhub. Stinkt ordentlich nach GFK, klappt aber ganz gut – bis ungefähr zur Hälfte. Danach fängt es an zu dampfen und das Blatt sieht so aus:

 

 

 

Hier hat die Glasfaser klar gewonnen. Zum Glück habe ich einen Fünferpack von den Blättern gekauft.

Jetzt haben wir ein richtiges Loch im Boot:

 

 

 

 

Abdichten

Ich habe extra Kompriband gekauft, um die große Schmiererei mit Sikaflex zu vermeiden. Die Schablone ist aber so gut, dass die Luke nach ein wenig Feilen perfekt passt. Also doch Schmiererei. Und zwar an der Schnittkante und der Auflagefläche der Luke, sowie später von innen unter dem Rahmen.

 

Verschrauben

Der Rahmen wird von innen mit 16 Edelstahlschrauben an der Luke verschraubt. Bei der Dicke unserer Bordwand hat 4×16 ziemlich gut gepasst.

 

Säubern

Wenn man ordentlich abgedichtet hat, wird es spätestens jetzt Zeit, die Sauerei um den Rahmen zu entfernen. Ich habe irgendwann mal in einem Leserbrief in der Yacht gelesen, dass man für so etwas gut die Reinigungstücker von Würth benutzen kann. Seitdem haben wir einen Eimer davon an Bord. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber damit geht so ziemlich alles ab. Auch Sikaflex.

 

Testregen

Jetzt ist eine ordentliche Regenschauer angebracht, um die Luke auf Dichtigkeit zu prüfen. Bei uns kommt sie wie bestellt ungefähr eine Minute, nachdem das Werkzeug wieder in der Kiste ist.

Das Ergebnis

…sieht so aus:

 

 

 

 

 

 

Alles in allem hat die ganze Aktion keine Stunde gedauert. Und in Sachen Tageslicht und Lüftung hat sie uns wirklich weitergebracht. Beim Einbau von Luken muss man natürlich darauf achten, dass die Statik des Bootes nicht beeinträchtigt wird. Da es in unserem Fall keine Werft mehr gibt, die wir fragen könnten, habe ich mich darauf verlassen, dass die anderen Beryll-Eigner, die an dieser Stelle ein Fenster haben, wussten, was sie tun.

Und da wir gerade in Fahrt sind und noch ein paar gut gekühlte Sägeblätter da sind, tauschen wir direkt noch den alten Pilzlüfter über der Kinderkoje gegen einen Solarlüfter. Hier finde ich dann 25mm Material (GFK und Holz). Ich wusste ja, dass wir ein stabiles Boot haben. Und irgendwo muss das Gewicht ja auch herkommen.

4 Gedanken zu „Ein Loch im Boot“

  1. So einen Solarlüfter habe ich vor 2 Jahren in eine unserer Decksluken eingebaut. Läuft seitdem ununterbrochen. Leider tropft bei Starkregen Wasser in’s Bootsinnere. Habe deshalb für die Winterzeit ringsum einen breiten Klebstreifen angebracht.
    Handbreit, Jürgen

    1. Ich hatte bei einem vorigen Boot den gleichen. Der war dicht. Ich hoffe, mal, dass dieser es auch ist 😉 Wo kommt das Wasser bei deinem Lüfter denn rein?

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